Interview mit Katharina Huber

Liebe Katharina,
vielen Dank, dass du dir die Zeit für unser Interview nimmst!
Damit unsere Leser:innen gleich wissen, was du machst: Erzähl uns doch kurz von deiner Arbeit im Regionalmanagement Kufstein und Unter Schranne und Kaiserwinkl (kurz KUUSK).
Im Regionalmanagement KUUSK arbeite ich eng mit Gemeinden, Betrieben und Initiativen zusammen und begleite Projekte, die die regionale Entwicklung stärken. Besonders schätze ich dabei die enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Menschen und das gemeinsame Weiterdenken von Ideen für die Region. Seit Kurzem habe ich außerdem die Leitung vom Projekt „Zukunft säen – Zukunft sehen“ [Klima-Landwirtschaft-Modellregion] übernommen, in der es darum geht, gemeinsam mit der Landwirtschaft praxisnahe Lösungen für Klimaschutz und Klimaanpassung zu entwickeln.
In der letzten Woche wurde euch von Bundesminister Norbert Totschnig der Staatspreis ERDREICH überreicht. Mit eurem Projekt „Zukunft säen – Zukunft sehen“ konnte ihr euch österreichweit durchsetzen. Wir gratulieren euch sehr herzlich dazu! Was zeichnet eure Initiative aus und was ist der Zukunftsacker?
Unsere Initiative zeichnet aus, dass wir Klimaschutz, Landwirtschaft und Bodenbewusstsein sehr praxisnah miteinander verbinden. Mit „Zukunft säen – Zukunft sehen“ wollen wir zeigen, wie sich Landwirtschaft unter veränderten Klimabedingungen weiterentwickeln kann – fundiert, regional verankert und wirtschaftlich gedacht.
Der Zukunftsacker bildet dabei das Herzstück des Projekts. Er ist in mehrere Versuchsflächen gegliedert, auf denen klimaresiliente Kulturpflanzen und Sorten angebaut werden. Neben dem Anbau selbst spielen auch Bodenqualität, Saatgutwahl, Ernte und Ertrag eine zentrale Rolle und werden fachlich sowie wirtschaftlich begleitet und ausgewertet.
Dass dieser Ansatz funktioniert, haben die sehr guten Ernteerfolge im vergangenen Jahr gezeigt. Gleichzeitig ist der Zukunftsacker auch ein Ort des Lernens und Austauschs: Kinder, Schulklassen und Interessierte konnten den Acker besuchen und Landwirtschaft, Boden und Klimawandel direkt erleben. Auch heuer soll der Zukunftsacker wieder für Besuche offenstehen und die Versuchsflächen erweitert werden.
Im Regionalmanagement KUUSK stehen allerlei Projekte an. Was beschäftigt dich in nächster Zeit und was steht bevor?
In nächster Zeit wird mich vor allem der weitere Ausbau der Klima-Landwirtschaft-Modellregion beschäftigen, aus der sich bereits mehrere neue Initiativen entwickelt haben. Gleichzeitig ist die Themenvielfalt im Regionalmanagement KUUSK groß: Sie reicht von regionaler Entwicklung und Innovation über MINT-Themen und Energie bis hin zu Pflege und Wirtschaft. Was all diese Bereiche verbindet, ist der Blick auf die Region und die Frage, was sie langfristig stärkt. Genau dieses gemeinsame Weiterdenken über unterschiedliche Themen hinweg macht die Arbeit bei KUUSK spannend und bringt immer wieder neue Impulse aus der Region und aus der Bevölkerung.
Was möchtest du unseren Leser:innen zum Abschluss noch mit auf den Weg geben?
Mir ist wichtig, mitzugeben, dass Entwicklung selten allein entsteht. Vieles von dem, was in der Region gut funktioniert, wächst dort, wo Menschen bereit sind zuzuhören, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Gerade wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen, kann etwas entstehen, das länger trägt als kurzfristige Einzelmaßnahmen. Dieses Vertrauen in Zusammenarbeit und Kooperation sehe ich als eine große Stärke – nicht nur für Projekte, sondern für das Zusammenleben in der Region insgesamt.