Eingabehilfen öffnen

Zum Hauptinhalt springen

Interview mit Lisa Luginger-Bichler und Stefan Gritsch

08. April 2026
Lisa Luginger-Bichler und Stefan Gritsch

Liebe Lisa und lieber Stefan, 

vielen Dank, dass ihr euch Zeit für unser Interview nehmt!  

Unsere Leser:innen wissen, dass ihr die Gewinner unserer beiden Lebensmittelinnovationspreise 2023 & 2024 seid. Trotzdem erzählt nochmals kurz, was ihr jetzt genau macht und wo euer Projekt steht.  

Lisa: Wir - das ist Bierol, eine unabhängige Handwerksbrauerei aus Tirol - beschäftigen uns seit unserer Gründung 2014 damit, Bier neu zu denken – sowohl geschmacklich als auch in der Art, wie wir produzieren und arbeiten. Neben unseren klassischen Bieren entwickeln wir laufend neue Konzepte und Produkte, bei denen Qualität, Kreativität und regionale Wertschöpfung im Mittelpunkt stehen. Das Projekt, mit dem wir beim Lebensmittelinnovationspreis ausgezeichnet wurden, ist Teil dieser Philosophie: neue Ideen im Bereich Bier und Braukultur umzusetzen und gleichzeitig nachhaltige Ansätze stärker in den Fokus zu rücken. Inzwischen konnten wir viele dieser Ideen bereits erfolgreich in die Praxis bringen und arbeiten kontinuierlich daran, sie weiterzuentwickeln. 

 
Stefan: Bei FARMIONIC beschäftigen wir uns damit, wie man frische Lebensmittel regional, effizient und möglichst ressourcenschonend produzieren kann. Dafür haben wir einen automatisierten Container entwickelt, in dem Microgreens und Kräuter ganzjährig unter kontrollierten Bedingungen wachsen können. 

Aus diesem Ansatz heraus ist auch unsere Marke Tirol Kresse entstanden. Damit produzieren wir verschiedene Kressesorten, Kräuter und Microgreens direkt in Tirol und beliefern Gastronomie, Hotellerie, Großhandel und Handel mit besonders frischen Produkten. Die Container mit den Robotern sind dabei das Herzstück unserer Firma. In dieser Anlage entwickeln und testen wir laufend neue Lösungen im Bereich Anbau, Automatisierung und Verarbeitung, um die Produktion von Microgreens effizienter und nachhaltiger zu machen. Inzwischen konnten wir Tirol Kresse bei vielen Partnern etablieren und beliefern neben Tirol auch Betriebe in Vorarlberg, Salzburg und Südtirol. Aktuell arbeiten wir daran, die Technologie weiter zu optimieren und die Produktion Schritt für Schritt auszubauen. 

Mit dem Gewinn des Lebensmittelinnovationspreises habt ihr euch gegenüber viel Konkurrenz durchgesetzt und seid mitten ins Rampenlicht gerutscht. Was hat euch dieser Sieg gebraucht und wir konnten ihr es nutzen?  

Lisa: Der Preis war für uns eine große Bestätigung unserer Arbeit. Gerade wenn man als moderne Brauerei neue Wege ausprobiert, ist es schön zu sehen, dass diese Innovationskraft auch von außen wahrgenommen wird. Gleichzeitig hat uns die Auszeichnung zusätzliche Sichtbarkeit gegeben und viele spannende Gespräche und Kontakte ermöglicht – sowohl innerhalb der Branche als auch darüber hinaus. Diese Aufmerksamkeit hilft natürlich auch dabei, neue Projekte voranzubringen und unsere Ideen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. 

 
Stefan: Der Lebensmittelinnovationspreis hat uns vor allem gezeigt, dass unser Ansatz mit automatisierter und regionaler Lebensmittelproduktion auf großes Interesse stößt. Für uns war das eine wichtige Bestätigung, weil wir mit FARMIONIC und Tirol Kresse bewusst einen etwas anderen Weg in der Lebensmittelproduktion gehen. Durch die Auszeichnung hat sich unser Projekt deutlich stärker in der Branche herumgesprochen. Dadurch sind neue Kontakte entstanden und wir konnten unser Konzept vielen Menschen vorstellen, die vorher noch nichts von unserer Technologie gehört hatten. Diese zusätzliche Aufmerksamkeit hat uns sehr geholfen, unsere Idee weiter voranzubringen und Tirol Kresse bei neuen Partnern in Gastronomie, Handel und Hotellerie zu etablieren. Gleichzeitig war der Preis natürlich auch eine große Motivation für unser Team, die Technologie weiterzuentwickeln und neue Projekte umzusetzen. 

Die nächste Bewerbungsphase hat bereits begonnen und im Herbst küren wir die nächste Generation an innovativen Lebensmitteln. Was wollt ihr Interessierten mitgeben und was könnt ihr empfehlen?  

Lisa: Mein wichtigster Tipp wäre: einfach trauen und mit der eigenen Idee rausgehen. Viele spannende Konzepte entstehen aus Leidenschaft und aus dem Wunsch, Dinge anders zu machen. Gerade Wettbewerbe wie dieser sind eine tolle Möglichkeit, Feedback zu bekommen, neue Kontakte zu knüpfen und Sichtbarkeit zu gewinnen. Wichtig ist, dass man klar zeigen kann, was die eigene Idee besonders macht und warum sie einen Mehrwert für die Lebensmittelwelt schafft. 

 
Stefan: Ich würde auf jeden Fall empfehlen, die Chance zu nutzen und sich zu bewerben. Solche Wettbewerbe sind eine gute Möglichkeit, die eigene Idee sichtbar zu machen und sie Menschen aus der Branche vorzustellen. Gleichzeitig ist schon die Bewerbung selbst sehr wertvoll. Man setzt sich intensiver damit auseinander, was man mit dem Projekt eigentlich erreichen möchte, wo die eigenen Stärken liegen und an welchen Punkten man noch weiterarbeiten muss. Für uns war das eine sehr gute Erfahrung, weil man dadurch das eigene Konzept noch einmal schärft und oft auch neue Perspektiven für die Weiterentwicklung bekommt.  

Was möchtet ihr unseren Leser:innen zum Abschluss noch mit auf den Weg geben? 

Lisa: Lebensmittel stehen für Genuss, aber auch für Kreativität, Handwerk und Innovation. Deshalb lohnt es sich immer, neugierig zu bleiben und neue Produkte auszuprobieren – besonders von kleineren Produzent:innen, die oft mit viel Leidenschaft an ihren Ideen arbeiten. Genau daraus entstehen häufig die spannendsten Entwicklungen in der Branche. 🍻 

 
Stefan: Die Lebensmittelbranche befindet sich gerade in einem spannenden Wandel. Themen wie Regionalität, Nachhaltigkeit und neue Technologien spielen eine immer größere Rolle. Dadurch entstehen viele neue Ideen und Projekte, die zeigen, wie vielfältig Lebensmittelproduktion heute sein kann. Wir leben auch in einer Zeit, in der viele Innovationen aus kleinen Teams, Garagenprojekten oder Start-ups entstehen. Oft braucht es am Anfang nur eine gute Idee, etwas Zeit und vor allem viel Leidenschaft, um etwas Neues aufzubauen, das vielleicht sogar einen echten Unterschied macht. Mich begeistert es immer wieder zu sehen, wie viel Energie und Kreativität Menschen in ihre Ideen stecken. Genau aus dieser Leidenschaft entstehen oft die spannendsten Entwicklungen – und das macht die Zukunft der Lebensmittelbranche unglaublich interessant.