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Im Interview: Raphael Kuen

 

16. Juli 2025
Sarah Blümel

Lieber Raphael,

vielen Dank, dass du dir die Zeit für unser kurzes Interview nimmst. 

Damit unsere Leser:innen dich besser kennenlernen können, erkläre uns bitte deine Aufgabe als Lebensraum Ötztal Manager.

Gerne! Als Lebensraum Ötztal Manager sehe ich mich als Bindeglied zwischen Gemeinden, (Land-)Wirtschaft, Tourismus, und den Menschen vor Ort. Mein Ziel ist es, Projekte zu initiieren und zu begleiten, die das große Thema Nachhaltigkeit greifbar und lebendig machen – und die Lust wecken, selbst aktiv mitzugestalten.

Dabei geht es nicht um Infrastruktur – es geht um ein starkes Miteinander um gelebte Lebensqualität, und um Perspektiven für alle Generationen im Tal. Kurz gesagt: um ein Ötztal, in dem man gerne lebt, arbeitet und bleibt.

Mit der Ausbildung zum „Genussbotschafter im Ötztal“ gibt es eine Zusatzqualifikation für Lehrlinge und Mitarbeiter:innen rund um Genuss und Regionalität. Wie ist es dazu gekommen?

Die Idee ist aus dem Bedürfnis entstanden, jungen Menschen einen Zugang zu Regionalität und Qualität zu geben – nicht nur theoretisch, sondern erlebbar. Mit dem Ziel Einheimischen und Gästen im Tal eine authentische Kulinarik zu bieten.

Initiiert hat das Projekt der erbe.kulturraum der Raiffeisen Bank Sölden. Gemeinsam mit Partnerbetrieben und Fachleuten wurde die Ausbildung konzipiert, die Wissen über regionale Produzenten und deren Produkte, Herkunft, Saisonalität und Genusskultur vermittelt. Die Rückmeldungen der Teilnehmer:innen zeigen uns, wie wichtig und motivierend solche Angebote sind. Wir ,vom Lebensraum Ötztal, dürfen den Genussbotschafter nun mit viel Freude und Verantwortung koordinieren und weiterentwickeln.

Wie man sieht, spielt die Kulinarik eine große Rolle in deiner Arbeit. Wo geht hier die Reise hin und was hast du noch vor?

Kulinarik war schon immer ein Herzensthema für mich – nicht zuletzt durch meine Zeit als Geschäftsführer beim Tiroler Grauvieh, wo ich unter anderem mit hochwertigen Markenfleischprogrammen arbeiten durfte.
Essen verbindet Menschen, erzählt Geschichten und macht Regionalität auf genussvolle Weise erlebbar. Es ist ein Tor zu Identität, Kultur und gelebter Gastfreundschaft.

Deshalb setzen wir im Lebensraum Ötztal bewusst auch kulinarische Akzente: durch gelebte Kooperationen mit Produzent:innen, durch transparente Herkunftskennzeichnung und durch Formate wie die Ötztaler Genussplatzln, die regionale Wertschätzung spürbar machen.

Langfristig träume ich davon, dass die alpine Kulinarik über den gesamten Alpenbogen, insbesondere das Ötztal als Genussregion wahrgenommen wird, wo ehrliches Handwerk, Qualität und authentische Leidenschaft spürbar sind und wo der unverzichtbare Beitrag der Tiroler Berglandwirtschaft mehr anerkannt und geschätzt wird – auf den Tellern und darüber hinaus.

Abschließend, was möchtest du unseren Leser:innen noch mit auf den Weg geben?
Ich wünsche mir, dass wir alle – ob Einheimische oder Gäste – unseren Lebensraum bewusst mitgestalten. „Nachhaltigkeit & Regionalität“ sind keine großen Schlagworte, sondern beginnen im Alltag: beim Einkauf, im Gespräch, beim wertschätzenden Umgang miteinander und der Natur. Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir viel bewegen – für uns und für kommende Generationen.
Es liegt an uns!